2. Akt
Inmitten all der Vorbereitungen, Aufregungen und kleinen Zwischenfällen fand die Hochzeit im beschaulichen Dorf ihren Höhepunkt im 2. Akt.

Die Dorfbewohner waren gespannt und erwartungsvoll, als der aus Frankreich eingewanderte Zuterste von unin und der Irdninger Lebzelter über die schwierigen Zeiten plauderten. Frauen schlichen sich heimlich aus der Kirche, um über die Jugend und sich selbst zu tratschen.


Die bettelarmen Hochwassergeschädigten mit ihren zahlreichen Kindern gesellten sich dazu. Besonders das Missgeschick des verwitweten Schulmeisters und seiner Töchter beim Empfang des Prinzen wurde mit viel Gesprächsstoff bedacht.

Die Holzknechte bereiteten bereits die Hochzeitsmaut vor, als plötzlich eine Gauklertruppe auf dem Dorfplatz auftauchte und eine rührselige Geschichte von unglücklicher Liebe zwischen Arm und Reich sang.

Die Dorfbevölkerung war hin- und hergerissen zwischen Faszination und Skepsis, Anziehung und Ablehnung. Der Amtmann versuchte zwar, Ordnung zu wahren, ließ die Gaukler aber dennoch hinter dem „Verweserhaus-eck“ agieren. Die hochwassergeschädigte Bruckentischler-Familie sorgte für weitere Gesprächsthemen und Spekulationen über des hohen Herrn Liebe.

Während die Dorfbewohner ihre Vermutungen über die Beziehung des hohen Herrn bestätigt fanden, diskutierten der Amtmann, der Dorfbader und der angesehenste Bürger „Stralz“ über Politik und Zeitgeschehen. Sie erzählten von Erzherzog Johann Bemühungen, dem Land wieder aufzuhelfen.


Nach einer feierlichen Trauung in der Kirche zog der Hochzeitszug aus, begleitet von traditionellen Bräuchen und Festlichkeiten. Die Hebamme eilte herbei, um das ledige Neugeborene als Goden zu gewinnen, und die Gemeindevertretung erhielt eine großzügige Spende für den Brückenbau.

Die Herrschaft begab sich schließlich zur Festtafel auf Schloss Gstatt, während die Chorsängerinnen um den Zitherspieler versammelt waren und das Erzherzog-Johann-Lied anstimmten, das nach und nach von der gesamten Gemeinde mitgesungen wurde.

Waberl und ihre Einödgroßmutter kamen zu spät, um ihre Glückwünsche zu überbringen, aber die Stimmung war ausgelassen und fröhlich, als die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt erreichten.
