Die weisse Frau am Schöckl

 

Vorstellung der Werkreihe Sa-gen

Eintauchen in die Welt der steirischen Sagen

Hier kommt die erste Sage, die ich in Bilder umgesetzt habe.

 

Die weiße Frau am Schöckl

Der Schöckl ist der Hausberg der Grazer. Er hat eine Höhe von 1445 Metern, überragt und wacht über das Grazer Becken. Viele Geschichten und Sagen ranken sich rund um diesen Berg. Einer dieser Sagen handelt von der weißen Frau am Schöckl.

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Am Fuß des Schöckl lebte eine Bauernfamilie. Ein junger Knecht der Familie hütete die Schafe. Eines Tages erschien diesem Jungen eine weiße Frauengestalt. Der Schock über diese Erscheinung fuhr ihm in die Glieder und er blieb einige Minuten starr, mit offenem Mund stehen. Die weiße Frauengestalt sprach zu ihm:

"Ich will dich reich und glücklich machen, aber du musst tapfer sein."

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Der Schock ließ nach, doch der Bauernjunge bekam es mit der Angst zu tun und lief davon. Er lief über Stock und Stein Richtung Tal, seine Schafherde blieb ihm dicht auf den Fersen. Als er endlich am Hof angekommen war, stürmte er in die Bauernstube. Außer Atem berichtete er aufgeregt von seinem Erlebnis auf dem Schöckl. Der Herrenbauer hörte aufmerksam zu, bevor er laut zu schimpfen begann. Es wisse doch jeder, dass die weiße Frau vom Schöckl Glück und Reichtum bringen könne. Der Bauer war außer sich und konnte die Dummheit des Knechts nicht begreifen.

Und so machte sich der Herrenbauer am nächsten Tag selbst Richtung Schöckl auf, im Schlepptau seine Scharfherde – mit der großen Hoffnung, dass auch ihm die weiße Frau erscheinen würde.

Der ganze Vormittag verging, ohne dass sich irgendetwas Ungewöhnliches zutrug. Nach dem Mittag wurden die Schafe plötzlich unruhig. Als der Bauer dies bemerkte, widmete er seine ganze Aufmerksamkeit der Umgebung. Bevor er es realisieren konnte, stand die weiße Frau bereits vor ihm. Sie bot dem Bauern dasselbe an wie tags zuvor dem Jungen. Der Bauer nahm seinen ganzen Mut zusammen und sprach:

"Vor dem Reich-Sein fürchte ich mich nicht."

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Die weiße Frau vergewisserte sich noch einmal, ob der Bauer es auch wirklich erst nahm, was er sagte: „Du wirst allen Mut deines Herzens benötigen, um standhaft zu bleiben!“, sprach die weiße Frau. Er beteuerte, dass er mutig sein und sich gerne all ihren Aufgaben stellen würde. Plötzlich verschwand die weiße Frau und verwandelte sich in eine riesige Schlage, die auf den Bauern zukam.

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Die Angst fuhr ihm in die Glieder. Der übergroße Schlangenkopf öffnete sein Maul und ein Schlüssel glänzte im Schlund des furchterregenden Tieres. Der Bauer wurde nun von seiner Angst übermannt. Er ergriff die Flucht und rannte schnell nach Hause. Seine Schafherde spritzte auseinander und fand den Heimweg nicht mehr.

Und die weiße Frau vom Schöckl? Sie konnte sich nun nicht mehr zurückverwandeln und blieb eine Schlange. Bis heute konnte niemand den Schlüssel finden und mit ihm den Schatz des Schöckl heben.

 

Vernissage am Freitag den 01.Juli 2016 um19:00
Galerie. Atelier. Saeli.
Belgiergasse 6 / 8020 Graz

Marlene Schaumberger und Martina Pozgainer

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