Wenn Linien zu Kraftträgern werden
Die Ausstellung „A Line A Day lädt dazu ein, die scheinbar einfachste künstlerische Geste neu zu entdecken: die Linie. Was passiert, wenn aus einer täglichen, spontanen Bewegung ein vielschichtiger künstlerischer Kosmos entsteht? Genau dieser Frage widmet sich die diesjährige Ausstellung und ich freue mich, mit meiner Werkreiehe Teil davon zu sein.
Vernissage & Rahmenprogramm
Vernissage:
Freitag, 8. Mai 2026, 19:00 Uhr
Musik: Martin Langer (Gitarre)
Kuratorinnen: Jutta Blühberger & Monika Maria Weiß
Ausstellungsdauer: 9. Mai – 18. Juni 2026
Zusatzveranstaltungen – Kunst erleben & vertiefen
Die Ausstellung wird von einem vielseitigen Programm begleitet:
- 14. Mai, 11:00 Uhr – Matinee „Momentn fun glik“
- 30. Mai, 11:00 Uhr – Führung mit Anke Neubacher
- 30. Mai, 14:00 Uhr – Workshop „Von der Linie zum Bild“
- 13. Juni, 14:00 Uhr – Kuratorinnenführung
- 13. Juni, 16:00 Uhr – Workshop „Gemeinsam ein Leporello gestalten“
Meine Arbeit: Kraftlinien
Die Energie der Weiblichkeit
Im Zentrum meiner künstlerischen Auseinandersetzung steht die Werkreihe:
„Kraftlinien -Die Energie der Weiblichkeit“
Hier verstehe ich die Linie nicht als bloßes zeichnerisches Mittel, sondern als lebendigen Träger von Energie, Bewegung und Bewusstsein.
Die Werke
- Verwoben mit der Kraft
- Im Schutz der Augen
- Krone der Stille
Großformatige Acrylmalereien treffen auf symbolische Bildwelten:
Weibliche Porträts verschmelzen mit Tierwesen wie Stier, Pfau und Hirsch sowie Pflanzen wie Distel und Johanniskraut.
Diese Elemente stehen für Stärke, Schutz, Transformation und Verwurzelung. In intensiven Farbschichten lösen sich klare Grenzen auf Figur, Natur und Mythos fließen ineinander.
Die Linie als Brücke zwischen Welten
Ein wesentliches Element meiner Präsentation ist die Verbindung von Malerei und Installation:
Vor jeder Leinwand steht eine aus Draht geformte Linie, die die jeweilige Tiergestalt des Bildes in reduzierter Form aufgreift.
Diese Drahtlinien sind:
- roh
- unmittelbar
- reduziert
Sie verkörpern die Idee der „täglichen Linie“ – spontan und ehrlich.
So entsteht ein spannender Dialog:
zwischen Skizze und fertigem Werk,
zwischen Leichtigkeit und Tiefe,
zwischen Prozess und Vollendung.
Zwischen Alltag und Mythos
Die Kombination aus Malerei und Drahtinstallation öffnet einen Raum, in dem Gegensätze miteinander kommunizieren:
- sichtbar & unsichtbar
- bewusst & intuitiv
- menschlich & mythisch
Die Linie wird dabei zum Element des Übergangs sie verbindet Innen und Außen, Körper und Geist, Gegenwart und archetypische Erinnerung.
Jeden Tag zeichne ich mindestens eine Linie.
Manchmal ist sie ruhig.
Manchmal wild.
Manchmal nur eine schnelle Spur auf Papier.
Diese täglichen Linien sind für mich der Anfang von allem.
Noch bevor ein Bild entsteht, gibt es Skizzen.
Fragmente.
Bewegungen der Hand.
Ein Suchen.
Ein Spüren.
Aus einer Linie wird eine Form.
Aus der Form entsteht Energie.
In meiner Werkreihe „Kraftlinien – Die Energie der Weiblichkeit“
beginnt jedes Werk genau dort –
bei dieser ersten, ehrlichen Linie.
Man sieht sie in den Skizzen.
Man erkennt sie später im Draht.
Und schließlich findet sie ihren Weg in die fertige Arbeit.
Die Linie verlässt das Papier.
Sie wird räumlich.
Sie wird zu Draht.
Zu einer Spur im Raum.
Der Draht zeichnet die Tierwesen meiner Bilder nach –
Stier, Hirsch oder Pfau –
reduziert auf ihre reine Form.
Fast wie eine Erinnerung an den ersten Gedanken.
Und dann entsteht daraus die Malerei.
Farbschichten.
Tiefe.
Transformation.
Die ursprüngliche Linie bleibt dabei immer sichtbar.
Wie ein Herzschlag unter der Oberfläche.
Für mich ist die Linie nicht nur Zeichnung.
Sie ist Verbindung.
Zwischen Idee und Werk.
Zwischen Prozess und Vollendung.
Zwischen Mensch, Natur und innerer Kraft.
Alles beginnt mit einer einzigen Linie.
Einladung
Diese Ausstellung ist mehr als eine Präsentation von Kunstwerken – sie ist eine Einladung, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und die Kraft der einfachen Linie neu zu entdecken.
Ich freue mich sehr, wenn du vorbeikommst, eintauchst und dich von den „Kraftlinien“ berühren lässt.
